Im aktuellen Heft der Zeitschrift PLANERIN fassen Bastian Hagmeier, Tobias Escher, Katharina Holec und Laura Mark zusammen, wie Bürger:innenbeteiligung in der kommunalen Verkehrsplanung gesellschaftliche Vielfalt stärker berücksichtigen kann.
Zusammenfassung
Kommunen nutzen verschiedene Beteiligungsverfahren um Bürger:innen in den Planungsprozess mit einzubeziehen, die Vorschläge zu verbessern und Akzeptanz zu schaffen. Der Artikel zeigt die Grenzen dieser Konsultationen im Kontext der Repräsentation gesellschaftlicher Vielfalt auf, da die befragten Personen nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind. Um die Vielfalt unter den Befragten zu erhöhen, erläutern die Autor:innen zwei Empfehlungen.
Ergebnisse
Bürger:innenbeteiligung ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung, kann aber lokale Erfahrungen und Konflikte sichtbar machen. Sie ersetzt die politische Entscheidung nicht, sondern soll deren Grundlage verbessern und Transparenz verschaffen.
- Bürger:innenbeteiligung erreicht oftmals eine bestimmte Personengruppe: gut gebildet, mittelalt und männlich.
- Unterrepräsentierte Gruppen müssen deshalb stärker einbezogen werden, beispielsweise durch gezielte und niedrigschwellige Formate.
- Beteiligungsprozesse sollten zusätzlich mit Sozialraumanalysen, Mobilitätsdaten und repräsentativen Befragungen kombiniert werden, um verschiedene Perspektiven einzufangen.
- Konsens ist bei Entscheidungen der Verkehrswende weder immer möglich noch zwingend notwendig. Realistische Erwartungen an den Prozess sind empfehlenswert, da die letztendliche Abwägung im Ermessen von Politik und Verwaltung liegt.
Publikation
Hagmeier, Bastian; Escher, Tobias; Holec, Katharina; Mark, Laura (2026): Vielfalt durch Beteiligung? Wie Konsultationen in der Verkehrsplanung gesellschaftliche Vielfalt berücksichtigen können. Planerin 04/26: 18-20.

