Auswertung des ersten Praxisworkshops der Nachwuchsforschungsgruppe CIMT

Als transdisziplinäres Forschungsprojekt möchten wir in regelmäßigen Abständen Vertreter*innen aus der Praxis der kommunalen Bürgerbeteiligung zu Workshops einladen, um mit Ihnen konkrete Fragestellungen im Zusammenhang mit unserer Forschung zu diskutieren. Im Mittelpunkt unseres ersten Praxisworkshops im Sommer 2020 stand die Frage, wie die Auswertung von Beiträgen technisch unterstützt werden kann und welche Anforderungen Praktiker*innen an eine Softwarelösung zur (teil-)automatisierten Unterstützung der Auswertung von Bürger*innenbeteiligung haben.

Bei kommunalen Beteiligungsverfahren geben Bürger*innen Vorschläge und Meinungen zu vorgegebenen Fragen ab. Damit diese in die weitere Planung einfließen können, müssen die Beiträge von den zuständigen Verwaltungen oder entsprechend beauftragten Dienstleister*innen ausgewertet werden. Gerade bei Partizipationsverfahren mit hoher Beteiligung kann die Auswertung ein hohes Maß an Ressourcen binden.

Im Ergebnis wird deutlich, dass es einen tatsächlichen Bedarf nach IT-Unterstützung bei der Auswertung gibt, da diese bislang in der Regel noch vorwiegend händisch erfolgt und entsprechend zeitaufwendig ist. Zu diesen Anforderungen gehört vor allem die Möglichkeit, Beiträge thematisch nach inhaltlichen Aspekten zu gruppieren. Weiterhin besteht Bedarf zur Unterstützung bei der Erkennung von Duplikaten und der Identifikation und Bewertung von konkreten Maßnahmen aus den Beiträgen. Dabei lauten zwei wesentliche Anforderungen, dass alle Beiträge gleichberechtigt berücksichtigt werden und dass automatisiert getroffene Entscheidungen transparent und nachvollziehbar sind.

Zusätzlich wurde durch den aktuellen Anlass im Rahmen des Praxisworkshops eine Befragung nach dem Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Arbeit mit Bürger*innenbeteiligung durchgeführt. Zusammenfassend zeigt sich eine hohe Verunsicherung, wie Bürger*innenbeteiligung während der Pandemie gut umgesetzt werden kann, sowie eine hohe Diskrepanz zwischen den verschiedenen Beteiligungsformaten. Während die Online-Beteiligung als kontaktloses Medium von der Lage profitieren kann, ist die Vor-Ort-Beteiligung stark betroffen.

Der ausführliche Bericht ist als Working Paper verfügbar.

Erstes Beiratstreffen der Nachwuchsforschungsgruppe CIMT in Berlin

Am 28. Februar 2020 veranstaltete die Nachwuchsforschungsgruppe das erste Treffen des Beirats. Das Zusammentreffen der Mitglieder aus Forschung und Praxis fand im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung statt.

Beiratstreffen am WZB Berlin
Beiratstreffen am 28. Februar

Einen zentralen Punkt der Veranstaltung bildete die Vorstellung und das Kennenlernen der Beiratsmitglieder und der Mitglieder der Nachwuchsforschungsgruppe. Jun.-Prof. Tobias Escher stellte als Gruppenleiter das interdisziplinäre Forschungsprojekt im Gesamten vor. Laura Mark (Stadtplanung), Katharina Huseljić (Soziologie) und Julia Romberg (Informatik) erörterten anschließend detaillierter die Forschungsvorhaben der einzelnen Disziplinen. In den nachfolgenden Diskussionsrunden ergab sich ein konstruktiver Austausch zu den Anforderungen der Projektteile und des Gesamtprojekts. Zum Abschluss wurde in einer Feedback-Runde gemeinschaftlich beschlossen, den Austausch halbjährlich bis jährlich fortzuführen.

CIMT bedankt sich bei allen Beteiligten für einen gelungenen Tag!